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Wir sind jetzt Mental Health First Aid zertifiziert

Mentale Gesundheit bei MCI ist seit vielen Jahren ein Thema mit echter Priorität. Wir sprechen nicht nur darüber, wir investieren bewusst Zeit, Ressourcen und Aufmerksamkeit. Mit unterschiedlichen Initiativen, klaren Strukturen und zuletzt auch mit dem gewonnenen Mental Health Award, der von Hubert Burda Media ausgerufen wurde, setzen wir ein sichtbares Zeichen für das, was uns wichtig ist: Menschen.

Doch Kultur entsteht nicht durch Awards allein. Sie entsteht im Alltag. In Gesprächen, die nicht immer leicht sind. In Momenten, in denen jemand merkt, dass es einer Kollegin oder einem Kollegen nicht gut geht und sich fragt: Spreche ich es an? Und wenn ja, wie?

Genau hier setzt Mental Health First Aid an.

Unsere Kolleginnen Ina und Violetta aus dem People & Culture Team haben die Ausbildung zur Mental Health First Aiderin absolviert. Damit stärken wir unser internes Netzwerk an Ansprechpersonen weiter und schaffen zusätzliche Sicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen. Wir haben mit den beiden über ihre Motivation, ihre Erfahrungen und darüber gesprochen, was diese Rolle im Unternehmenskontext wirklich bedeutet.

Was hat euch persönlich motiviert, die MHFA Ausbildung zu machen?

Ina: „Zunächst hat mich Vios Überzeugung von der MHFA-Ausbildung berührt und neugierig gemacht. Ihre Begeisterung hat den ersten Impuls gesetzt. Als ich mich dann selbst mit den Inhalten beschäftigt habe, wurde mir klar, wie wertvoll diese Ausbildung ist. Sie schafft mehr Sensibilität für Mental Health und gibt Sicherheit darin, Menschen empathisch und zugleich professionell zu begegnen. Für mich war es der Wunsch, einen bewussten Beitrag zu leisten: hinzuschauen, zuzuhören und im richtigen Moment unterstützend da sein zu können.“

Vio: „MHFA war für mich tatsächlich noch relativ neu, umso wertvoller war es, diese Ausbildung im Rahmen von MCI machen zu können. Ina und ich sind beide Teil des Mental Wellbeing Teams und stehen im engen Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und Führungskräften. In dieser Rolle begegnen uns immer wieder sensible Situationen. Ich habe gemerkt, dass ich zwar immer zuhören wollte, aber manchmal unsicher war, wie ich konkret und verantwortungsvoll reagieren kann. Genau hier hat die Ausbildung für mich einen Unterschied gemacht. Sie hat mir Struktur gegeben, Orientierung und vor allem mehr Sicherheit im Handeln. Ich fühle mich heute klarer, ruhiger und besser vorbereitet, wenn es darum geht, schwierige Gespräche zu führen oder Unterstützung anzubieten.“

Mental Health First Aid bedeutet nicht, Therapeutin oder Therapeut zu sein. Es bedeutet, frühzeitig hinzusehen, sensibel anzusprechen und Betroffene dabei zu unterstützen, passende Hilfe zu finden.

Was lernt man in der Ausbildung konkret und was hat euch dabei besonders bewegt oder überrascht?

Ina: „In der Ausbildung lernt man vor allem, wie vielfältig Mental Health eigentlich ist – welches Spektrum an Themen und Herausforderungen darunterfällt und wie unterschiedlich sich Belastungen zeigen können. Besonders wertvoll fand ich die konkreten Werkzeuge: Wie spreche ich jemanden sensibel an? Wie gehe ich Schritt für Schritt vor? Sehr bewegt und auch positiv überrascht haben mich die Rollenspiele und Simulationen in der Gruppe. Sie waren intensiv, manchmal herausfordernd und zugleich unglaublich hilfreich, um Sicherheit zu gewinnen und das Gelernte wirklich zu verinnerlichen.“

Wo liegen die klaren Grenzen eurer Rolle als Mental Health First Aiderinnen?

Vio: „Ina und ich verstehen uns in erster Linie als erste Anlaufstelle. Als jemand, der zuhört, wenn sich etwas schwer anfühlt oder wenn jemand merkt, dass es gerade nicht mehr rund läuft. Gleichzeitig ist uns sehr wichtig, die Grenzen unserer Rolle transparent zu machen. Wir sind keine Therapeutinnen und ersetzen keine professionelle Behandlung. Unsere Aufgabe ist es nicht, Diagnosen zu stellen oder Probleme zu lösen. Was wir tun können, ist zuhören, einordnen helfen und gemeinsam überlegen, welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten. Manchmal braucht es genau diesen ersten Moment, in dem man merkt, dass man ernst genommen wird und nicht allein ist. Diese Brücke möchten wir sein.“

Ein Großteil unseres Lebens findet bei der Arbeit statt. Belastungen machen an der Bürotür keinen Halt.

Warum ist es aus eurer Sicht wichtig, dass es im Unternehmen ausgebildete Ersthelfende für mentale Gesundheit gibt?

Ina: „Ich empfinde es als sehr wichtig, dass mentale Gesundheit im Unternehmen endlich den Raum bekommt, den sie verdient und zum Glück bewegt sich hier gerade viel. Psychisch herausfordernde Zeiten sind kein Makel, kein „Fleck auf einem weißen Hemd“, sondern können Teil jedes Lebens sein. Und natürlich wirken sie sich auch auf den Arbeitsalltag aus. Als Arbeitgeber tragen wir Verantwortung. Ausgebildete Ersthelfende für mentale Gesundheit können hier eine wertvolle Brücke sein:  zwischen dem persönlichen Befinden der Mitarbeitenden und dem Unternehmen. Sie schaffen einen geschützten Raum, ein Stück Sicherheit. Einen Ort, an dem man sich öffnen darf, ohne bewertet zu werden. Und allein dieses Gefühl von Halt kann einen großen Unterschied machen.“

Vio: „Wenn wir zur Arbeit kommen, bringen wir unser ganzes Leben mit. Sorgen, Unsicherheiten, Stress oder auch private Belastungen lassen sich nicht einfach an der Bürotür abgeben. Und das ist auch menschlich. Gerade deshalb ist es wichtig, dass mentale Gesundheit im Arbeitskontext sichtbar und ansprechbar bleibt. Ausgebildete Ersthelfende schaffen eine niedrigschwellige Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Sie signalisieren, dass das Thema nicht tabu ist und dass es Unterstützung geben darf, ohne dass man sofort in formelle Prozesse gehen muss. Für mich ist das ein wichtiger Baustein einer Unternehmenskultur, die Menschen als Ganzes sieht.“

Was möchtet ihr Kolleginnen und Kollegen mitgeben, die unsicher sind, mentale Themen anzusprechen oder Unterstützung zu suchen?

Ina:Von Herzen: Traut euch. Sprecht uns an. Manchmal merken wir selbst kaum, wie sehr uns etwas belastet bis es sich anfühlt wie ein „Schnupfen im Kopf“. Etwas, das drückt, die Gedanken vernebelt, Energie raubt. Und so wie wir bei einer Erkältung selbstverständlich Taschentücher benutzen, Tee trinken oder zum Arzt gehen, dürfen wir uns auch bei inneren Belastungen Unterstützung holen. Mentale Gesundheit ist genauso schützenswert wie unsere körperliche. Schwere Phasen sind kein Makel, nichts, wofür man sich schämen muss. Sie gehören zum Menschsein dazu. Ihr müsst da nicht allein durch. Sich anzuvertrauen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Und wir begegnen euch mit Offenheit, Respekt und einem sicheren Raum. Ganz ohne Urteil.“

Vio: „Ich kann mich Ina nur anschließen. Sprecht uns an, wenn ihr das Gefühl habt, dass euch etwas belastet. Es muss nichts Dramatisches sein und es muss auch nicht perfekt formuliert sein. Wir hören zu, ohne zu bewerten, und behandeln jedes Gespräch vertraulich. Auf Augenhöhe, ohne Druck, ohne Erwartungen. Der erste Schritt ist oft der schwerste. Aber genau dafür sind wir da.“

Mental Health First Aid ist für uns kein isoliertes Projekt, sondern ein weiterer Schritt in unserer People First Haltung. Es geht darum, Verantwortung füreinander zu übernehmen und eine Arbeitskultur zu stärken, in der mentale Gesundheit selbstverständlich mitgedacht wird.

Gespräche mit Ina und Violetta sind vertraulich. Gleichzeitig ist klar: Mental Health First Aid ersetzt keine professionelle Therapie. Die Rolle versteht sich als erste Unterstützung, als Orientierung und als Brücke zu weiterführenden Angeboten, wenn diese gebraucht werden.

Am Ende geht es um etwas sehr Grundlegendes: aufmerksam sein, zuhören, ansprechen. Nicht wegsehen, wenn es jemandem nicht gut geht. Und den Mut haben, auch selbst um Unterstützung zu bitten. Denn mentale Gesundheit ist kein Randthema. Sie ist Teil unseres Arbeitsalltags und Teil unserer gemeinsamen Verantwortung.