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Der tanzende Wiener Kongress

Der Wiener Kongress – mit neuem „Veranstaltungsformat“

“Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts“. Dieses geflügelte Wort wird Charles Joseph Fürst von Ligne zugeschrieben und wird heute noch zitiert, um sich über die manchmal zähe Ergebnisfindung während eines Kongresses lustig zu machen.

Der Wiener Kongress zur Neuordnung Europas fand von September 1814 bis zum Juni 1815 statt. Das Ziel war, nach der Niederlage Napoleons Europa neu zu ordnen. Es wurden neue Staaten geschaffen und Ländergrenzen neu festgelegt. Vertreter aus rund 200 Staaten tagten unter der Leitung von Fürst von Metternich.

Kommissionen als neues „Veranstaltungsformat“

Der Wiener Kongress führte als Neuheit die Arbeit in Kommissionen ein. Es gab Ausschüsse für europäische Angelegenheite, für die Deutschen, für die Flussschiffahrt und – heute unbegreiflich – für den Sklavenhandel. Eine formelle Vollversammlung des Kongresses kam nie zustande, die Kongressakte trägt die Unterschriften von Österreich, Spanien, frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Russland und Schweden.

Hauptziele des Wiener Kongresses

Der Wiener Kongress hatte drei Hauptziele: Restauration, Legitimität und Solidarität.Die die politische Situation von 1792 sollte wieder hergestellt, die Ansprüche des Ancien Régime sollten gewährleistet und die fürstlichen Interessen sollten geschützt werden.

Zukunftsweisende Beschlüsse

Der Wiener Kongress, so altmodisch er heute erscheint, hat für die Verhältnis jener Zeit zukunftsweisende Beschlüsse gefasst: Die Sklaverei wurde geächtet. Zudem kam man überein, die Freiheit der internationalen Flussschiffahrt zu gewährleisten und dem kriegsgeplaten Europa eine neue Ordnung zu geben. Allerdings zeigte sich auch, dass die Politik des Ausgleichs Grenzen hatte – nicht alle Konflikte konnten beigelegt werden.

Neue Staaten und Ländergrenzen

Im Zuge der Neuordnung Europas wurden die Ländergrenzen neu festgelegt. Die Vorarbeiten dazu lieferte eine „Statistische Kommission“, die den jeweiligen Territorialwert von Gebieten festlegte. Die Idee dahinter war, dass sich die Verluste und Zugewinne berechnen liessen. Dass diese Gebietsverschiebungen nicht ohne Probleme vonstatten gingen versteht sich von selbst.

1815 galt, was 2018 immer noch gilt: Kongresse sind aufwändige Veranstaltungen, das Rahmenprogramm ist wichtig und die Ergebnisse müssen oft in mühevoller Kleinarbeit erarbeitet werden.

(Bildnachweis: bpk)

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