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DIGITAL? ANALOG? BEIDES? HYBRIDE ERFAHRUNGEN FÜR DEN KONGRESS DER ZUKUNFT

Im Buch „Hamlet on the Holodeck: The Future of Narrative in Cyberspace” widmet die Autorin Janet H. Murray dem Thema „Immersion“ ein ganzes Kapitel. Sie fokussiert sich auf das Vergnügen der Immersion als eine partizipative Aktivität, da aufregende narrative Formen und Medien als eine andere, neue Form von Realität erfahren werden können.

Immersion ist in diesem Sinne die Metapher für das Eintauchen ins Wasser, für das Gefühl, von einer ganz anderen, neuen Realität umgeben zu sein, welche die Wahrnehmung entscheidend beeinflusst. Auf das Kongresswesen bezogen bedeutet das: in einem partizipatorischen Medium (=Umfeld) umfasst die Immersion das Erlernen von Fähigkeiten und das Erleben von neuen Erfahrungen, die eben nur in diesem anderen Umfeld so möglich sind.

Viele der heutigen Veranstaltungen erlauben den Übergang zwischen verschiedenen Realitäten und Welten, die den Eventbesuchern und Teilnehmern einen immersiven „Flow“ vereinfachen.

Komplexe immersive Eventformen erlauben es dem Teilnehmer, in Bereiche „einzutauchen“, welche die Vorstellungskraft fördern und neue Gedankengänge provozieren. Digitale Umgebungen ihrerseits bieten virtuelle Situationen, die als real empfunden werden. Die Interaktion mit solchen Situationen erzeugt mehr Involvement und damit eine bessere und nachhaltigere User-Experience. Durch die Verknüpfung dieser virtuellen und realen Komponenten entsteht ein so genannter hybrider Event, der die Teilnehmer auf verschiedenen Ebenen direkter und effizienter anspricht.

Was sind denn hybride Events?

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Nicht jede Veranstaltung, die eine Kombination aus verschiedenen Medien, eine Kombination aus on- und off-line-Erlebnissen anbietet, verdient den Namen „Hybrider Event“.

Hybride Events sind definitiv viel mehr als nur ein Mix aus verschiedenen Techniken und Formaten – die Immersion, das umfassende „Eintauchen“ ist ein relevanter und zwingender Aspekt eines hybriden Kongresses. Das bedeutet aber auch, dass man nicht einfach neue Formate oder Tools „aufpfropfen“ kann, ein hybrider Anlass bedingt eine ganz eigene, umfassende Konzeption und Planung.

Erfahrungen mit hybriden Kongressen

Viele Veranstalter und Organisatoren fragen sich, welche Rolle Konferenzen und Kongresse in den nächsten Jahren spielen werden, wenn sich potenzielle Teilnehmer zunehmend online informieren und wenn sie fast jederzeit an fast allen Informationen kommen können. Was ist ihr Nutzen, einen „echten“ Kongress zu besuchen?

Wichtig ist, zu verstehen, dass on- und off-line-Kommunikation keine Gegensätze sind. Im Gegenteil. Gerade weil viele Menschen heute permanent „online sind“, bekommt eine physische Präsenz eine zunehmende Bedeutung und Relevanz. Diese Relevanz bezieht sich aber nicht auf die reine Informationsbeschaffung, sondern darauf, eben genau diese Bereiche abzudecken, die sämtliche on-line-Tools bis heute nicht können: Das „echte“ Erlebnis, die „echte“ User-Experience. Und genau hier setzten hybride Events an, denn sie verbinden, richtig konzipiert, diese beiden Bereiche zu einem umfassenden Ganzen.

Vorteile hybrider Events

Hybride Events oder zumindest hybride Elemente oder Formate helfen aber nicht nur, Kongresse und Veranstaltungen effizient zu organisieren, sondern können auch die Programmqualität und damit das Erlebnis der Teilnehmer an sich verbessern. So regen zum Beispiel Social-Media-Elemente wie eine Social-Wall mit Echtzeit-Meldungen oder Abstimmungs-Möglichkeiten bei Vorträgen die Interaktion mit und unter den Teilnehmern an und steigern gleichzeitig das Gefühl, des „Beteiligt-Seins“.

Da die Technologie und die Möglichkeiten des Webcastings und/oder Live-Streamings seit vielen Jahren bestehen, gewinnen diese Möglichkeiten zunehmend auch für Kongresse an Bedeutung. So können Sessions heute in verschiedenen Regionen stattfinden, in Echtzeit kommuniziert und übertragen aber von einer physischen Teilnehmergruppe gemeinsam verfolgt und diskutiert werden. So lassen sich auch Beiträge einem größeren Publikum zugänglich machen, was in der realen Welt nicht möglich wäre – zum Beispiel bei live-Operationen.

Fazit

Hybride Events sind mehr als nur ein Trend. Sie sind eine notwendige Weiterentwicklung unter Einbezug der jeweils aktuellen technischen Möglichkeiten. In der Kongress-Welt sind diese Entwicklungen noch nicht so weit fortgeschritten, wie in anderen Bereichen – entsprechend groß ist das Potenzial, sich als Event oder Kongress durch die Nutzung dieser Möglichkeiten zu positionieren. Hybride Kongresse schaffen in idealer Weise den Spagat zwischen der mittlerweile völlig alltäglichen Nutzung digitaler Tools durch Teilnehmer und deren parallel dazu immer stärker werdendem Bedürfnis, wieder echte und persönliche Begegnungen zu erfahren.

Gerne zeigen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch auf, wie Sie hybride Elemente nutzen können, um die Erwartungen Ihrer Teilnehmer nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Und wie Sie so Ihrem Kongress ein ganz spezielles Profil und damit langfristigen Erfolg verschaffen.